Gemeinsame Initiative zum P-Seminar
Koalition für mehr Praxis
Die vier Coburger Gymnasien und das Arnold-Gymnasium Neustadt wollen bei der Umsetzung des P-Seminars der neuen gymnasialen Oberstufe im 8-jährigen Gymnasium gemeinsam handeln. In einer gemeinschaftlichen Datenbank sollen die akquirierten Kontakte zu externen Partnern verwaltet und gepflegt werden. Diese schulübergreifende Koalition in der Bildungsregion Coburg wurde bei der Auftaktveranstaltung am 26. Mai 2008 im Kongresshaus Rosengarten interessierten Eltern, Lehrern und Schülern sowie zahlreichen Repräsentanten des öffentlichen Lebens vorgestellt. Eingeladen hatte der lokale Arbeitskreis Schule/Wirtschaft in Zusammenarbeit mit den Gymnasien und der IHK zu Coburg.
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In seiner Begrüßung sprach sich Michael Stammberger, Ausbildungsleiter bei Brose, für eine engere Verzahnung zwischen Schule und Wirtschaft aus. „Wir brauchen fließende Übergänge von der Schule in die Arbeitswelt.“ Schüler könnten so rechtzeitig mögliche Hemmschwellen vor dem Job überwinden. Andererseits könnten Unternehmen von der Kreativität der Gymnasiasten profitieren. Günter Manhardt vom Institut für Schulqualität und Bildungsforschung ISB stellte in seinem Impulsvortrag fest, dass gerade die Studien- und Berufsorientierung im neuen P-Seminar einen breiten Stellenwert einnimmt. Die anwesenden Vertreter von Unternehmen und Verbänden forderte er auf, ihre Ressourcen in gemeinsame Projekte mit den Bildungseinrichtungen einzubringen.
Dramaturgin Kathrin Liebhäuser bestätigte stellvertretend für mehrere Institutionen die Bereitschaft des Landestheaters Coburg zur Kooperation: „Bei uns rennen Sie damit offene Türen ein.“ Auch die Hochschule Coburg bietet sich als Partner an, wie der designierte Präsident Prof. Dr. Michael Pötzl erklärte. Der Ministerialbeauftragte für die Gymnasien in Oberfranken wies der Bildungsregion Coburg in Sachen P-Seminar eine Vorreiterrolle zu. Mit dem MODUS21-Projekt „Schüler orientieren sich“ des Arnold-Gymnasiums und der jährlichen Aktion „Schüler im Chefsessel“, seien bereits entscheidende Vorarbeiten geleistet worden, an die man nahezu nahtlos anknüpfen könne.
In einer Reihe von Best-Practice-Beispielen bestätigten AG-Schülerin Lisa Scheler, die zurzeit ein Praktikum im Klinikum Coburg absolviert, und Jasmin Wagner vom Casimirianum den hohen Stellenwert von individuellen Praxiserfahrungen außerhalb der Schule, auch wenn diese das Zeitbudget neben dem regulären Unterricht zusätzlich belasten. AG-Schulleiter Wolfgang Oswald forderte alle Schüler zum Umdenken und aktiven Handeln auf: „Sie müssen frühzeitig erkennen, was sie mit ihrem Abitur anfangen können und wollen.“ Das P-Seminar bewertete er als Chance für Gymnasiasten, den eigenen Bildungsanspruch entscheidend zu erweitern.
Jochen Dotterweich