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Treffpunkt "Schüler orientieren sich" 2008
Karriere in Oberfranken?

Es ist eine Erfolgsgeschichte, die das Arnold-Gymnasium in Neustadt mit dem Modus21-Projekt "Schüler orientieren sich" schreibt. Und sie wird natürlich auch dieses Jahr fortgesetzt. „Vor fünf Jahren hat Modus21 begonnen“, erinnerte Schulleiter Wolfgang Oswald an die Anfänge „und das Wesentliche dabei ist die aktive Rolle der Schüler“. Sie sollen in Eigenverantwortung beispielsweise Bewerbungstraining absolvieren oder die Berufsaussichten in der Region ausloten. Beim Treffpunkt „Modus21“ wurden deshalb erneut Erfahrungen ausgetauscht zwischen Unternehmen, Hochschulen, Eltern und natürlich den Schülern selbst.

„Wir haben ein attraktives Vortragsprogramm mit hochkarätigen Referenten zusammengestellt“, erläutert Modus-Koordinator Jochen Dotterweich „vom Personalleiter bis hin zum Hochschulprofessor“. Mit ihrem Impulsreferat stellte die Vizepräsidentin der Regierung von Oberfranken, Petra Platzgummer-Martin, denn auch fest: „Bestens ausgebildete und informierte Abiturienten oder Hochschulabgänger stärken als Führungskräfte natürlich den hiesigen Wirtschaftsstandort“. Provokant stellte sie ihr Statement unter die Devise „Karriere hier in Oberfranken?“ und hob heraus, dass „Oberfranken Bedarf hat an qualifizierten Nachwuchskräften“. Sie zeigte auf, dass durchaus gute Berufschancen hier in der Region bestünden. „Nutzen sie diese“, gab sie den zahlreichen Schülern und deren Eltern mit auf den Weg „vielleicht verlassen sie Oberfranken auch ein Mal für ein Stück ihres Karriereweges, um dann aber wieder zurück zu kommen als eine gefragte Kraft für Oberfranken und aus Oberfranken“.

Durch das Orientierungsprojekt würden den Schülern zahlreiche „Leuchtturmbetriebe“ wie Loewe oder Brose näher gebracht. Die Regierungsvizepräsidentin zählte auf, dass rund 600 so genannte „Hidden Champions“ aus Oberfranken, also Weltmarktführer im Verborgenen, den Weltmarkt in ihrer Nische mit Marktanteilen bis zu 90 Prozent beherrschten. Charakteristisch für Oberfranken sind dies innovative Klein- und Mittelständler. „Gerade diese benötigen dringend hoch qualifizierte und engagierte Fachleute“, so Petra Platzgummer-Martin. Auch in Design und Logistik seien beste Arbeitsplätze gewährleistet. „Gehen sie weg vom Klischeedenken“, forderte die Vizepräsidentin die Kollegiaten auf, „informieren sie sich umfassend, sehen sie nicht nur die Glanzseiten von Großstädten und Konzernen und geben sie Oberfranken für ihre eigene Berufswahl eine Chance“. Mit einem eindeutigen „Ja“ beantwortete sie ihre Eingangsfrage nach Karrieremöglichkeiten in Oberfranken. „Entwickeln sie Leidenschaft für unsere Heimat, fangen sie Feuer zu unseren Unternehmen und haben sie Mut vielleicht anders zu handeln als die Masse“.

In das gleiche Horn stieß auch der Personalleiter der Firma Saint Gobain in Rödental, Rainer Bosecker, der die Globalisierung als Chance vor Ort sieht: „Wir sehen Modus 21 als rundum gelungenes Projekt und bieten gern Praktikumsplätze an. Zurzeit können wir aber auch Arbeitsplätze für qualifizierte Ingenieure besetzen. Wir suchen zehn Studienabgänger für die Bereiche Verwaltung, Entwicklung und Produktion“, erläuterte der Personalleiter der Rödentaler Firma.

Professor Walter Zimmermann von der Universität Bayreuth, Fachbereich Theoretische Physik, gab gar die Parole aus „Forscher braucht das Land“. Pragmatisch erläuterte Zimmermann den immer härter werdenden internationalen Konkurrenzkampf. „Nur über den Verkauf von hochwertiger, teurer Technologie können wir unseren Standard halten“, so der Professor. Ein Physikstudium könnte dabei viele Türen öffnen und nicht nur im späteren „Lehrerdasein“ münden. Professor Dr. Michael Pötzl, Claudia Holland und Ina Sinterhauf warben im Namen der Fachhochschule (FH) Coburg für den Beruf des Ingenieurs: „Was denn sonst?“. 

Wie sehen die Schülerinnen und Schüler des Arnold-Gymnasiums nun dieses Projekt? Kollegiatin Steffi Gehrlicher aus Rödental: „Ich möchte hier Erfahrungen sammeln, was wirklich im Beruf abgeht. Ich tendiere im Moment in Richtung Technik und kann mit Praktika und Vorträgen sehen, ob sich diese Neigung vertieft“. Auch Dominik Stahnke aus Dörfles-Esbach stimmte in die Vorzüge von Modus21 ein: „Es ist durchweg positiv, da man tatsächlich sehen und erleben kann, welche beruflichen Möglichkeiten es hier in Oberfranken gibt. Zudem erhält man einen geballten Überblick und einen Einblick in die Vielfalt der Firmen“.

Bei einem „Come together“ in der Aula zeigten weder Schüler noch Referenten Berührungsängste und nutzten das breite Diskussionsforum zur Genüge. Die beruflichen Perspektiven sind in Oberfranken von innovativen Unternehmen geschaffen. Sie müssen nur von den hiesigen Schulabgängern genutzt werden. Und das sollte bei solch engagierten Schülern und Studenten kein Problem sein, wenn wie bei dem Projekt Modus21 alle an einem Strang ziehen.

Peter Tischer (NP)

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