NanoShuttle machte Station am AG
Mit dem Fahrstuhl ins Weltall?
Das Personal einer zukünftigen Raumstation legt den Weg von der Erdoberfläche in den Orbit nicht per Space-Shuttle zurück, sondern benutzt ganz einfach einen Aufzug. Noch ist das nicht mehr als eine ziemlich gewagte Vision. Ein hunderte Kilometer langes Stahlseil als zentrales Bauteil der Anlage würde bereits unter seinem Eigengewicht zerreißen, noch bevor die erste Nutzlast auf die Reise gehen könnte. Glaubt man den Erforschern der sogenannten Nanotechnologie, so muss ein solches Vorhaben nicht unbedingt an Materialfragen scheitern. Ihnen ist es in den letzten Jahren gelungen, neuartige Werkstoffe zu entwickeln, die bei geringem Eigengewicht eine unglaubliche Stabilität aufweisen. Jetzt hatten Schüler und Lehrer Gelegenheit, die faszinierende Welt der Nanotechnik am Arnold-Gymnasium einmal „live“ zu erleben.
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Am 28. Februar war das NanoShuttle der Nanoinitiative Bayern zu Gast am AG. Die Klassen 11a und 11b sowie die Leistungskurse Physik und Chemie der 12. Jahr-gangsstufe konnten in Vorträgen und Versuchen die Bedeutung der Strukturen im Nanometer-Bereich hautnah erleben und begreifen. Mit moderner Technik wurden Dimensionen im Bereich von einem Milliardstel Meter sichtbar gemacht. Die Miniaturisierung von Elektronikbausteinen wie Speicherchips und Laserdioden, die biomolekulare Forschung (der Durchmesser der DNA beträgt etwa 2,5 Nanometer) und die Materialbearbeitung auf molekularer Ebene, die zu Stoffen mit in der Natur nicht vorkommenden Eigenschaften führt, sind nur einige Beispiele für die Anwendung dieser neuen Technologie.
In der Pausenhalle demonstrierte Dr. Nüchter die faszinierenden Eigenschaften von Nanostrukturen an Stoffen mit wasser- und schmutzabweisender Oberfläche, die unter anderem bei Sportbekleidung Verwendung finden. Nanoteilchen in verdünntem Kaffee konnten per Video-Mikroskop verfolgt werden, sogar ein Rasterkraftmikroskop (Atomic Force Microscope AFM) kam zum Einsatz und zeigte die faszinierende Welt der Atom- und Molekülstrukturen. Christoph Petschenka informierte parallel dazu im Physiksaal über Chancen aber auch Risiken der Nanotechnologie. Anders als bei der Einführung der Nukleartechnik geschehen, soll die Bevölkerung an der Schwelle dieser technischen Revolution umfassend und objektiv über alle Facetten informiert werden.
Insgesamt waren es zwei Gewinn bringende Schulstunden, die von den Schülern und ihren Lehrern mit viel Beifall bedacht wurden, zu weiterführenden Fragen anregten und bei manchem angehenden Abiturienten das Interesse geweckt haben, sich in Studium oder Beruf bald näher mit den „Nanowelten“ an der Schnittstelle von Physik, Chemie und Biologie zu befassen. Gelegenheit dazu bietet zum Beispiel ein Aufbaustudium an der Universität Würzburg oder an der Fachhochschule München.
Bernd Stamm