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Abiturienten 2010 verabschiedet
Wertvolles Zeugnis der Reife

Die Überreichung der Abschlusszeugnisse an unsere Abiturientinnen und Abiturienten ist sicher ein Höhepunkt im Schuljahr, denn wir können dabei feststellen: „Ziel erreicht!“. Alle 80 Kollegiaten, die in diesem Schuljahr zu den Prüfungen angetreten sind, haben auf Anhieb bestanden. Sie erhalten das Zeugnis der Reife.

Doch welchen Wert hat dieses in der heutigen Zeit? Dazu gab es in letzter Zeit auch kritische Stimmen. Bei der Verabschiedung des Abiturientenjahrgangs 2009 hat der Sprecher der Schüler die hohen Anforderungen des bayerischen Gymnasiums, die große Abgangsquote und vor allem eine Benachteiligung bei der Studienplatzvergabe gegenüber Absolventen aus anderen Bundesländern beklagt. Ähnliches konnte man vor einem halben Jahr Presseveröffentlichungen und einem Fernsehbeitrag des Bayerischen Rundfunks entnehmen. Er berichtete von Schülern, die von einem bayerischen Gymnasium an eines im benachbarten Thüringen gewechselt sind und dort sofort bessere Noten erzielten.

Es ist richtig, aber auch bedauerlich, dass es in Deutschland aufgrund der Kulturhoheit der Länder kein einheitliches, sondern 16 verschiedene Bildungssysteme gibt. Über die Ergebnisse der Abiturprüfungen gibt es konkrete statistische Daten. Im Ländervergleich 2009 liegen die bayerischen Werte mit einer durchschnittlichen Abiturnote von 2,41 auf Platz 4 im Ranking, bei der Zahl der guten Schnitte bis 2,5 mit rund 57% auf Platz 3. Auch die Quote der Einserschnitte liegt mit 24% ebenfalls im oberen Spektrum, dagegen rangiert Bayern bei Abiturergebnissen von 3,0 oder schlechter mit 20,5% an drittletzter Stelle der Bundesländer. Der Vorwurf der Benachteiligung bayerischen Bewerber bei Studienmöglichkeiten ist also nicht haltbar. Die AG-Absolventen des aktuellen Jahrgangs haben die Bayernzahlen sogar noch getoppt. Der Abiturschnitt liegt bei 2,35, die Note 2,5 oder besser haben 64% der Kandidaten erzielt, 28% der Zeugnisse zeigen eine 1 vor dem Komma.

Entscheidend ist aber auch die Frage, mit welchen Voraussetzungen und damit Erfolgsaussichten unsere Abiturienten in ihre weitere Ausbildung an einer Universität oder Hochschule gehen. Erstaunlich, dass man hierzu kein Länder vergleichendes Zahlenmaterial findet. Dabei wären für diese Statistik keine aufwändigen Erhebungen notwendig, denn die Zahlenwerte über Abbrecherquoten, Studiendauer und Examensergebnisse müssten doch vorliegen. Sie in Relation zu der Herkunft der Studentinnen und Studenten zu bringen, dürfte kein Problem sein. So könnte man nicht spekulative, sondern fundierte Aussagen über den Grad der Studierfähigkeit und damit die Qualität des Gymnasiums und seines Abiturs in den einzelnen Bundesländern gewinnen. Diese wären bei der Diskussion über Schulreformen sicherlich auch für unsere Politiker hilfreich.

Die Rückmeldungen ehemaliger Arnoldiner über ihre Erfahrungen und ihre Vergleiche sind zwar an dieser Stelle nicht repräsentativ, aber ermutigend. Sie fühlen sich nicht benachteiligt, sondern sehen in ihrer schulischen Ausbildung immer wieder Vorteile gegenüber anderen, stellen fest, dass ihr Abitur einen wirklichen Wert hat. Wir verabschieden unsere 80 Abiturientinnen und Abiturienten in der Überzeugung, dass sie gut gerüstet sind für die Aufgaben und Anforderungen, die auf sie zukommen werden, und in der Hoffnung, dass sie Erfolg haben werden auf ihrem weiteren Ausbildungs- und Berufsweg. Wir wünschen Ihnen gleichermaßen viel Glück und Erfüllung bei ihren privaten Planungen und der Gestaltung ihres weiteren Lebens.

Wolfgang Oswald

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