Türkische Mitschülerinnen organisieren Exkursion
Von Neustadt in den Orient
Eine Exkursion nach Istanbul - steht die eigentlich auf dem gymnasialen Lehrplan? Wahrscheinlich genauso wenig wie eine Trekkingtour in den Karpaten oder eine Expedition durch die tunesische Sahara. Trotzdem sind diese Angebote bei unseren Schülern und Lehrern gefragt und beliebt wie nie zuvor. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur das gemeinsame Reiseerlebnis, sondern auch Eindrücke für das interkulturelle Verständnis mit unschätzbarem Wert. Ein wertvoller Teil gymnasialer Bildung, die nicht nur die Wissensvermittlung sondern den ganzen Menschen im Blick haben muss, dessen Weltoffenheit nun einmal von vielfältigen kulturellen Erfahrungen lebt.
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Mit einer Exkursion in die Türkei wurde dieser AG-Tradition ein neuer Mosaikstein hinzugefügt. Außergewöhnlich ist in diesem Zusammenhang auch die Entstehung der Idee. Eine engagierte Gruppe türkisch-stämmiger Schülerinnen wollte den Mitschüler Einblicke in die Kultur ihres „Heimatlandes“ ermöglichen und ergriff kurz entschlossen die Initiative. Ohne deren tatkräftige Mithilfe bei der Organisation und der sprachkundigen Reiseleitung vor Ort wäre diese Fahrt nicht möglich gewesen.
Ende März starteten 13 Schüler mit Herrn Reinhardt und Herrn Zipf vom Frankfurter Flughafen aus in die Türkei. Bereits beim Landeanflug im Sonnenuntergang waren die Schüler von der pulsierenden Metropole Istanbul begeistert. Dieser positive Eindruck wurde durch die Offenheit und Hilfsbereitschaft der Einheimischen noch verstärkt. Am nächsten Morgen stand neben der Stadterkundung auch ein Besuch des Deutschen Generalkonsulats auf dem Programm. Nach den strengen Sicherheitskontrollen wurden wir über die Geschichte des prunkvollen Gebäudes im Herzen Istanbuls und seine Aufgaben informiert. Mit einer kleinen Fähre machte sich die Gruppe dann in den asiatischen Teil Istanbuls auf. Von einem Cafe aus konnten wir das Verkehrschaos auf den Straßen beobachten. Nicht nur beim Erklären der Speisekarte erwiesen sich die Sprachkenntnisse unserer türkisch sprechenden Mitschüler als äußerst wertvoll.
In den folgenden Tagen stand ein beeindruckender Besuch der Deutsch-Türkischen Handelskammer genauso auf dem Programm wie anstrengende Fahrten in überfüllten Straßenbahnen zur Hagia Sophia und der Sultan Ahmed Camii. Die berühmte „Blaue Moschee“ betraten wir ohne Schuhe und die Mädels nach islamischer Sitte mit Kopftuch. Ausflüge nach Yalova und zum İznik See auf dem asiatischen Kontinent folgten. Mit einem „Dolmuş“ erkundeten wir das Gebiet und merkten schnell, dass unsere Gruppe, bestehend aus zwei Lehrern, einem Jungen und 12 Mädchen, in dieser ländlichen Region ziemlich auffiel. Auch hier wurden auf deutsch und türkisch internationale Kontakte gepflegt. Am letzten Tag in Istanbul blieb gerade noch Zeit für einen Besuch im Großen Basar – wir hätten noch so viel mehr Zeit gebraucht, um in einem großartigen Land Unzähliges mehr sehen und erleben zu können. Aber das war bestimmt nicht unsere letzte Reise in die Türkei!
Mareike Winkler, Thorsten Zipf