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Verstaatlichung nach dem Krieg
1946 - 1958

Anfangsschwierigkeiten in der Aufbauphase nach dem Zweiten Weltkrieg waren Lehrermangel, uneinheitlicher Wissensstand der Schüler und Brennstoffmangel. Finanzierungs- und Raumprobleme traten in den fünfziger Jahren in den Vordergrund. Die Bemühungen der Stadt Neustadt um Verstaatlichung der Schule und Ausbau zur Oberrealschule waren 1957 von Erfolg gekrönt, die Stadt verpflichtete sich, bis 1960 ein neues Schulgebäude für ca. 250 Schüler zur Verfügung zu stellen.

1946

Nachdem die Militärregierung am 19.5.1946 den Antrag der Stadt auf vorläufige Wiedereröffnung der Realschule genehmigt hatte, konnte zwei Tage später der Unterricht mit einem Notprogramm von 13 bis 18 Wochenstunden und mit 181 Schülern aufgenommen werden. Zum zunächst provisorischen Schulleiter wurde Dr. Ulrich Kriesche ernannt. Die ersten drei Wochen der Sommerferien wurden dazu verwendet, um vorhandene Wissenslücken in den Kernfächern zu schließen. Offiziell eröffnete die Realschule am 10.10.1946 den vollen Unterrichtsbetrieb, jedoch wurden die fünf hauptamtlichen Lehrkräfte bei 226 Schülern durch ein fast schon unzumutbares Stundenmaß belastet.

1948

Nach der Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft kehrte der ehemalige Direktor Rudolf Ahr 1948 an die Realschule zurück, lehnte es jedoch ab, wieder die Schulleitung zu übernehmen. Zu dieser Zeit unterrichteten 11 hauptamtliche Lehrer 273 Schüler in zehn Klassen. Doch standen nur sechs teilweise zu kleine Klassenzimmer zur Verfügung, da das Erdgeschoss der Glockenbergschule die Berufsschule beherbergte.

1949

Ab Schuljahr 1949/50 wurden der Realschule Mittelschulklassen angegliedert. Man erhoffte sich hiervon eine Entlastung der Realschule und gleichzeitig einen Weg, mehr Schülern zu einem mittleren Abschluss zu verhelfen.

1950

In einem Memorandum vom 15.2.1950 mit dem Titel "Existenzfragen der Städtischen Realschule mit Mittelschule" schilderte Oberbürgermeister Dr. Paul Weppler die schwierige finanzielle Situation der Stadt, bedingt durch Flüchtlingsstrom, Grenzziehung und Währungsreform. Er wies ausdrücklich darauf hin, dass der bayerische Staat im Staatsvertrag von 1920 die Verpflichtung übernommen hatte, schulische und kulturelle Einrichtungen des Coburger Landes zu erhalten, und bat, "die Stadt von dem für sie nicht länger tragbaren gegenwärtigen finanziellen Zuschuß" zu entlasten. Der Antrag auf Verstaatlichung der Realschule wurde jedoch vom Bayerischen Kultusminister Alois Hundhammer abgelehnt. Daraufhin wurde seitens der Stadt eine Schließung der Schule oder bestenfalls die Fortführung in Form einer Mittelschule in Betracht gezogen.
Zum 1.10.1952 übernahm Dr. Erich Lindow die Schulleitung der Neustadter Realschule.

1955

In einem Schreiben an die Regierung von Oberfranken vom 8.2.1955 betonte Oberbürgermeister Dr. Weppler, dass "es sich nicht um einen neuerlichen, von der Stadt Neustadt b. Coburg vorgelegten Antrag, sondern um ein über Jahre sich erstreckendes immer wieder vorgebrachtes Begehren der bekanntlich finanziell nicht sehr günstig gestellten Zonengrenzstadt" handele, wenn zumindest die Übernahme der Personalkosten der Schule durch den Staat angestrebt werde. Durch den "Bayerischen Prüfungsverband öffentlicher Kassen" wurde ein Gutachten über die Finanzlage der Stadt erstellt. Nach Aussagen der Prüfer belastete die Real- und Mittelschule den städtischen Haushalt nicht nur sehr hoch, sondern drohte diesen sogar völlig aus dem Gleichgewicht zu bringen.

1956

Der Ministerialbeauftragte Dr. Andreae informierte sich bei einer Visitation am 26.6.1956 über die Situation der Schule. Da ein Neubau erst in einigen Jahren zu verwirklichen wäre, schlug Dr. Andreae als Zwischenlösung vor, die Lehrer als städtische Beamte schon vorher durch den Staat zu übernehmen.

1957

Die Bemühungen um Verstaatlichung zeigten nun endlich den gewünschten Erfolg: In der Vereinbarung der Stadt Neustadt mit dem Freistaat Bayern vom 7. bzw. 18.2.1957 wurde bestätigt, dass die Städtische Realschule ab dem 1.3.1957 den Namen "Staatliche Oberrealschule Neustadt b. Coburg (Klasse 1 mit 6)" tragen sollte. Die Stadt verpflichtete sich, bis zum 1.9.1960 "ständig ein voll entsprechendes, der höheren Lehranstalt voll gewidmetes Schulgebäude" zur Verfügung zu stellen. In einer von Schülern musikalisch umrahmten Feierstunde mit Ansprachen von Oberbürgermeister Dr. Weppler und Studiendirektor Dr. Lindow am 1.3.1957 wurde der Anlass entsprechend gewürdigt. Die Mittelschule wurde ab 1.9.1957 zu einer eigenständigen Schule, der "Staatlichen Mittelschule für Knaben und Mädchen", heute "Staatliche Realschule Neustadt b. Coburg".

1958

Das Ernestinum in Coburg sah sich im Juni 1958 - wie schon 1952 - nicht in der Lage, 24 Schüler aus Neustadt im kommenden Schuljahr in seine 7. Klassen zu übernehmen. Die Errichtung einer eigenen Oberstufe wurde vom Stadtrat am 5.6.1958 als sehr wichtig befunden, weshalb Oberbürgermeister Ernst Bergmann und einige Stadtratsmitglieder nach München zu Verhandlungen mit dem Kultusministerium reisten. Nach zunächst hinhaltenden Äußerungen erhielt die Stadt am 11.8.1958 die Nachricht, dass die Errichtung einer 7. Klasse im Schuljahr 1958/59 genehmigt sei.

Bernd Stamm

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