Home > Unsere Schule > Chronik > 1923 - 1945

Max Oscar Arnold setzt sich durch
1923 - 1945

Die von Max Oscar Arnold unterstützten Verhandlungen der Stadt Neustadt führten schließlich 1923 zur Umwandlung der Städtischen Mittelschule in eine Realschule. Die finanzielle Belastung des städtischen Haushalts durch die Kosten für die Realschule war erheblich. Es muss deshalb aus heutiger Sicht als große Leistung der Bürgerschaft gewertet werden, dass bis in die fünfziger Jahre dieses Opfer getragen wurde.

1923

Am 9.3.1923 konnte Bürgermeister Karl Mosbach in einer außerordentlichen Stadtratssitzung berichten, dass der Umwandlung der Mittelschule in eine Realschule nichts mehr im Wege stehe. Im Neustadter Tageblatt hieß es hierzu: "In seinen Bemühungen, die Schule zu erreichen, sei er auf das Tatkräftigste durch den Landtagsabgeordneten Herrn Geheimrat Arnold unterstützt worden... Herr Bgmstr. Mosbach hofft, daß man mit der Vergebung von Freistellen werde generös verfahren können, und daß recht viele Jungen mit geflickten Hosenböden dadurch den Weg zur Realschule finden werden." Im Schreiben des Kultusministeriums vom 5.4.1923 "... wird antragsgemäß der Stadtgemeinde Neustadt bei Coburg die Genehmigung zur Umwandlung der dortigen neunstufigen Mittelschule preußischer Ordnung in eine Realschule mit Handelsabteilung in den Räumen des 1. und 2. Stockwerks der Glockenbergschule dortselbst vom Schuljahre 1923/24 an ... erteilt." Im dazugehörigen Finanzierungsplan wird festgelegt, dass "das Land Lehrkräfte, die an der bisherigen Mittelschule in Neustadt beschäftigt waren und vom Lande besoldet wurden, einspart und die Zuschüsse des Reiches, die es für diese Stellen erhielt, der Gemeinde für die neue Realschule zur Verfügung stellt."

Am 13.4.1923 konnte die Realschule mit der Sexta (heutige 5. Klasse) und 50 Schülern (38 Jungen und 12 Mädchen) eröffnet werden. Schulleiter und einziger hauptamtlicher Lehrer war der Neuphilologe Studienassessor Dr. Albert Fischer. Das Schulgeld wurde aufgrund der Inflation mehrfach neu festgesetzt, und zwar von 6000 Mark bis 520 Milliarden Mark. Ab dem 1.1.1924 wurden jährlich 45 Rentenmark Schulgeld erhoben.

1924

Aufgrund der schlechten Wirtschaftslage zahlte am Anfang des Jahres 1924 der Kreistag von Oberfranken die Zuschüsse für die Kosten des Lehrpersonals nicht aus und auch der Staat musste im April 1924 seine Gelder kurzfristig streichen. Dadurch geriet die Stadt in große finanzielle Not. Man versuchte durch erhöhte Schulgelder die Einnahmen zu verbessern, ließ aber mit Rücksicht auf die ärmeren Schüler diesen Gedanken wieder fallen. Im handschriftlichen Jahresbericht der Schule wurde vermerkt, dass einige Schüler an den monatlichen Wanderungen nicht teilnehmen konnten, da sie kein festes Schuhwerk besaßen.

1926

Im Schuljahr 1926/27 übernahm Rudolf Ahr die Leitung der Schule. Zur finanziellen Not kam Raumnot hinzu. Mittlerweile gab es vier Realschulklassen, weitere Räume mussten als Zeichensaal und Physiksaal eingerichtet werden. Schichtunterricht, auch in zwei Volksschulklassen, war die Folge.

1928

Im Schuljahr 1928/29 war der Aufbau der sechsklassigen Realschule abgeschlossen, die Schülerzahl betrug nun 142. Das Kultusministerium genehmigte einen jährlichen Zuschuss von 20000 Reichsmark. Das Schulgeld wurde auf 90 RM angehoben, ab 1.9.1930 auf 140 RM.

1933

Schulveranstaltungen, die den Charakter von Gedenkfeiern hatten, wurden ab 1930 häufig in den Jahresberichten erwähnt. Am 2.1.1933 wurde das 100-jährige Bestehen des Glockenbergschulhauses, am 2.4.1933 das zehnjährige Bestehen der Realschule mit zahlreichen Darbietungen gefeiert. Der von Max Oscar Arnold ins Leben gerufene Realschulverein ermöglichte nun die Unterstützung bedürftiger Schüler durch Schulgeldbeihilfen. Die nationalsozialistischen Erziehungsvorstellungen begannen das gesamte schulische Leben zu beeinflussen: Zur Eröffnung des Reichstages war für den 21.3.1933 für alle Schulen Neustadts eine vaterländische Feier anberaumt worden, bei der Bürgermeister Edgar Stelzner eine Ansprache hielt. Im Dezember 1933 wurden die Schüler über den Sinn des "freiwilligen Arbeitsdienstes" aufgeklärt. Der Unterricht wurde außerhalb der Schulstunden durch das gemeinsame Hören von volkskundlichen und zeitgeschichtlichen Vorträgen des "Allgemeinrundfunks" ergänzt.

1943

Während des Zweiten Weltkriegs wurden fünf von den sechs hauptamtlichen Lehrern zum Kriegsdienst eingezogen. Schüler wurden zum "Einsatz der Jugend zur Sicherung der Ernährung" sowie ab 1944 als Luftwaffenhelfer abgeordnet. Ein geregelter Unterricht war nicht mehr möglich. Für den einberufenen Studienrat Rudolf Ahr übernahm 1943 Alfred Forkel die Schulleitung.

1945

Im April 1945 wurde die Realschule geschlossen, die Glockenbergschule diente als Flüchtlingsunterkunft.

Bernd Stamm

SUCHEN
AG AKTUELL
Neuer Termin fürs Schulfest
Alle Arnoldiner und Gäste sind herzlich eingeladen
Verantwortungsvoll ins Leben
98 Arnoldiner mit dem Reifezeugnis in der Hand
Pfingsten mit Programm
Naturkunde, Selbstverteidigung, Kochen und mehr
Neuanmeldung am AG
Informationen zum neuen bayerischen Gymnasium
Kabarett im Arnold-Gymnasium
"Sonneberger Streiterlein" gastieren am 26. April
Archiv
Druckansicht
Druckansicht