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Höhere Bildung in Neustadt
1909 - 1922

Bis 1909 gab es in Neustadt nur die Volksschule, die Fortbildungsschule (Berufsschule) und die Industrie- und Gewerbeschule. Eine von Jahr zu Jahr wachsende Zahl von Schülern wechselte zum Besuch höherer Schulen nach Coburg oder Sonneberg. Deshalb wurde am 1.7.1909 die "Städtische Mittelschule" im Gebäude der Glockenbergschule eröffnet. Es handelte sich um eine neunstufige Mittelschule "nach preußischer Ordnung" mit Englisch und Französisch als Fremdsprachen.

1909

Durch den raschen Bevölkerungszuwachs Neustadts war die Schülerzahl der Volksschule auf über 1600 angestiegen, wobei in jeweils zwei Parallelklassen für Jungen und Mädchen unterrichtet wurde (durchschnittlich 50 Schüler pro Klasse). Es stellte sich die Frage nach der Einrichtung einer fünften Parallelklasse, die jedoch vom Stadtrat abgelehnt wurde. Die 1905 gegründete Höhere Privat-Töchterschule stellte keine merkliche Entlastung dar, da sich nur wenige Familien das Schulgeld von jährlich 120 Mark leisten konnten. "Der Errichtung einer sogen. Mittelschule, in welcher den strebsamen, begabten Schülern Gelegenheit zur weiteren Ausbildung gegeben ist, steht das Collegium wohlwollend gegenüber" heißt es im Protokoll der Stadtratssitzung vom 4. März 1909. Am 12. Mai 1909 fasste der Stadtrat einstimmig den Beschluss, "ungesäumt eine Mittelschule ins Leben zu rufen. Der Magistrat glaubt hierin den sichersten Weg zu erblicken, ...[später] in den Besitz einer Realschule zu gelangen."

Am 1. Juli 1909 wurde schließlich die Städtische Mittelschule mit dem 1. Schuljahr (parallel zur Grundschule) eröffnet. Diese "sog. Realschule kleiner und armer Gemeinden" belastete die Stadt finanziell nicht allzu sehr, da die Personalkosten vom Staat im gleichen Umfang wie bei der Volksschule übernommen wurden. Schuldirektor aller Neustadter Schulen war Paul Brey, ihm unterstand auch die Mittelschule. Das Schulgeld betrug pro Jahr anfangs 6 Mark.

1914

Der Aufbau der Schule ging trotz des Ersten Weltkriegs weiter, jährlich kam eine Jahrgangsstufe hinzu. Doch wurde es schwieriger, Lehrer mit Mittelschullehrer-Ausbildung anzustellen. Schließlich konnte im Jahr 1917 keine 9. Klasse gebildet werden, die Schüler mussten nach achtjährigem Schulbesuch in die Oberrealschulen Coburgs und Sonnebergs überwechseln.

1919

Nach der Revolution von 1918/19 galt die Mittelschule als Standesschule. Es wurde ab Ostern 1919 jährlich eine der vier unteren Klassen wieder in die allgemeine Grundschule eingefügt. Auch verteilte man die Klassen auf die beiden Schulhäuser "Glockenbergschule" und "Schule an der Heubischer Straße", um jeden Anschein einer Schule für Privilegierte zu vermeiden.

1920

Nach dem Anschluss des Coburger Landes an Bayern zum 1.7.1920 war die Mittelschule "preußischer Ordnung" ein Fremdkörper im bayerischen Schulsystem. Durch einen Beschluss des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus vom 3. Juli 1921 sollte die Mittelschule Neustadt nur als Volksschule übernommen werden.

1921

Am 17.1.1921 wurde ein Realschulverein gegründet, der es sich zum Ziel setzte, die Umwandlung der Städtischen Mittelschule in eine Realschule zu erreichen. Gründungsmitglied und Vorsitzender war Geheimer Kommerzienrat Max Oscar Arnold, der in der Folge in seiner Eigenschaft als bayerischer Landtagsabgeordneter die Verhandlungen mit dem Kultusministerium in München führte.

Bernd Stamm

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